WELTMEISTERLICHE WÜRDIGUNG

Ein Besuch in Laskers Geburtsort Barlinek

Von Harry Schaack

(Der Artikel ist auszugsweise wiedergegeben.
Den ganzen Text lesen Sie in KARL 3/26.)

Emanuel Laskers Geburtshaus in Barlinek
Emanuel Laskers Geburtshaus
Plackette an Emanuel Laskers Geburtshaus in Barlinek
Plakette an Laskers Geburtshaus.

„Ich sah sehr viel in der Welt. […] Ich lernte diverse schöne Landschaften kennen, aber die von Berlinchen, mit ihren Seen, Hügeln, Feldern und Wäldern ist für mich die schönste auf der Welt.“ (Kotowski, Poldauf, Wagner (Hrsg.): Emanuel Lasker, Homo ludens – homo politicus. Beiträge über sein Leben und Werk, Potsdam 2003, S. 207f.). Das sagte der deutsche Weltmeister Emanuel Lasker über seinen geliebten Geburtsort, den er auch später viele Male besuchte.

Noch bis 1945 lag der Ferienkurort Berlinchen, der mittlerweile Barlinek heißt, in Preußen. Heute gehört die 15.000 Einwohner zählende Stadt zur
Woiwodschaft Westpommern in Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es eine ganze Weile, bis sich die „Perle der Neumark“ wieder ihres berühmten Sohnes erinnerte.

In Zeiten des Kommunismus war ein Deutscher für Identitätszwecke wenig brauchbar. Als 1963 Jan Klimaniec und der kürzlich verstorbene Kazimierz Hoffmann versuchten, das Erbe Laskers zu propagieren, fanden sie bei der polnischen Regierung keine offenen Ohren. Die Kommunisten hatten unter dem sowjetischen Einfluss kein Interesse, einen deutschen Juden zu ehren.

Das änderte sich Anfang der neunziger Jahre mit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Plötzlich konnte sich Barlinek selbst vermarkten und suchte den Tourismus anzukurbeln. Dafür war Lasker ein geeignetes Allein­stellungsmerkmal. Nachdem man schon in den ersten Jahren der Dritten Polnischen Republik eine Ausstellung zu Lasker organisierte, nahm auch der DSB Kontakte zu Barlinek auf. 1993 kam es zum ersten Besuch. Wie der damalige Geschäftsführer des DSB, Horst Metzing, KARL mitteilte, wurden nach der Wende mit der Polnischen Schachföderation engere Kontakte geknüpft. Deren Präsidium war zu einem Gedankenaustausch mit der DSB-Führung nach Berlin eingeladen worden. Daraus ergaben sich weitere Gespräche in Barlinek. Federführend war Hans-Jürgen Hoch­gräfe, der die Funktion des Beauftragten für deutsch-polnische Beziehungen übernommen hatte. Hochgräfe war es auch, der das seit 1993 bestehende Schachturnier in Barlinek zu einer polnisch-deutschen Kooperation entwickelt hat, zu der später auch die Emanuel Lasker Gesellschaft beitrug. Nachdem das Turnier 2014 eingeschlafen war, initiierte Barlinek 2018 – zu Laskers 150-jährigem Geburtstag – ein Emanuel Lasker Festival, zu dem auch ein Schnellturnier gehörte. Das „Europejski Centrum Spotkan“, in dem auch der örtliche Schachklub seine Räume hat, dient als Spielort. 2026 fand es unter der Ägide des langjährigen Turnierdirektors Krzysztof Wolski zum siebten Mal statt. Die Verbundenheit des DSB mit Barlinek demonstrierte auch der Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes, Carsten Schmidt, der unter den Teil­nehmern war. Er betonte, dass DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker wieder stärker auf Kontakte zur Nachbarföderation setzt. Im Rahmen dieser Turniere haben sich über die Jahre hinweg bereits enge Beziehungen zu deutschen Vereinen ergeben, etwa zur SG 81 Schneverdingen oder zu SV Motor Eberswalde.

(Der Artikel ist auszugsweise wiedergegeben.
Den ganzen Text lesen Sie in KARL 3/26.)