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Folke Rogard, Schweden, FIDE-Präsident 1949-1970

Von Michael Dombrowsky

(Der Artikel ist auszugsweise wiedergegeben.
Den ganzen Text lesen Sie in KARL 2/19.)

Folke Rogard
2. FIDE-Präsident Folke Rogard (Foto: Archiv Lothar Schmid)

Böse Zungen behaupteten, dass Folke Rogard nur wegen seiner dritten Frau Präsident des Weltschachbundes geworden sei. Dafür gibt es natürlich keinen Beweis, doch die rasante Karriere als Schachfunktionär fällt zeitlich mit der Trennung und Scheidung zusammen. Jahrelang war das Paar, der erfolgreiche Rechtsanwalt und die gefeierte Schauspielerin Viveca Lindfors, in den Zeitungen und Zeitschriften mit zahllosen Stories und Fotosequenzen gefeiert worden. Nachdem sie einen Vertrag mit der amerikanischen Filmgesellschaft Warner Brothers in Hollywood abgeschlossen hatte, wurde Kalifornien zunächst ihre zweite Heimat, dann für den Star und der gemeinsamen Tochter Lena der Lebens­mittelpunkt. Dort drehte sie u.a. mit Errol Flynn, Charlton Heston und dem späteren US-Präsidenten Ronald Reagan. Nach der räumlichen Trennung folgte zwei Jahre später die Scheidung (1948).
Der angesehene Anwalt Folke Rogard war ein gradliniger, ideenreicher Mensch. Neben seiner Arbeit genoss er auch das Leben. Er tauchte bei vielen gesellschaftlichen Ereignissen auf und beeindruckte mit seiner extravaganten Kleidung; eines seiner Markenzeichen waren die auf­­fäl­ligen „Mafia-Schuhe“ aus weißem und schwarzem Leder. Auch als FIDE-Präsident stach er oftmals in den Versammlungen heraus. Zu Tagungen im Sommer erschien er nicht selten im weißen Outfit.
Wer in den Annalen der Universitäten nach Folke Rogard sucht, findet keinen Juristen mit diesem Namen. Die Er­klärung passt zum schillernden Leben des Schweden. Bror Axel Folke Per Rosen­gren wurde am 6. Juli 1899 in Stockholm geboren und schloss unter diesem Namen sein Jurastudium erfolgreich ab. Doch als kurze Zeit später ein Familienmitglied wegen Diebstahls und Einbruchs angeklagt und verurteilt wurde, verzichtete er auf diese Art von familiärer Werbung. Er brach alle Kontakte zu seiner Familie ab und ließ seinen Namen in Folke Rogard ändern.
Rogard war nur ein durchschnittlicher Schachspieler, aber ein ausgezeichneter Organisator und Werber für das Schach. 1947 wurde er Präsident des schwedischen Schachverbandes und Vize-Präsident der FIDE. Schon 1948 beschloss der Kongress, dass er 1949 Alexander Rueb als FIDE-Präsident ablösen werde.

(Der Artikel ist auszugsweise wiedergegeben.
Den ganzen Text lesen Sie in KARL 2/19.)

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