IMPRESSIONEN AUS MÜLHEIM

TEXT UND BILD: HARRY SCHAACK


Ende März fand in Mülheim ein ungewöhnliches Schach-
ereignis statt: Die Bundesliga residierte im Kunstmuseum. Initiator ist Hans-Peter Porzner. Er beschäftigte sich mit den Künstlern der Moderne, in deren Arbeit Schach eine bedeutende Rolle gespielt hat, wie Duchamp, Kandinsky, Man Ray. Viele Wechselbeziehungen schienen Porzner noch ungeklärt und fruchtbar für eine zeitgenössische Bestandsaufnahme. Deshalb schuf er eine Ausstellung zum Thema Schach, begeisterte den Vorsitzenden des Schachvereins Mülheim Nord Heinz Schmitz und die Museumsdirektorin Beate Reese. Und so fand im Kunstmuseum Mülheim ein Bundesligakampf statt. Ganz nach Duchamps Diktum: Es ist zwar nicht jeder Künstler ein Schachspieler, aber jeder Schachspieler ein Künstler. Der Mannschaftskampf fungiert als ein lebendiges Ready Made, sagt Porzner. Selbst NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beehrte die Veranstaltung und beteiligte sich an einer Podiumsdiskussion. Die Wechselwirkungen zwischen Spielern und Bildern sind jedenfalls eindrucksvoll. Und der mediale Erfolg ist jetzt schon da. Porzner hofft, für seine Idee nun auch andere Museen zu gewinnen.

porzner

Konzeptionelles Rückgrat und Ideengeber
der Ausstellung: Der Künstler
Hans-Peter Porzner

geismar

Jarg Geismars verbrannte Schachpiele

hildebrandt

Im Hintergrund Arik Braun gegen Alexander Berelowitsch;
vorne Gregor Hildebrandts Variationen in schwarzweiß

bacrot

Etienne Bacrot vor der Bildserie „Night of the Pawn“

waldmeister

Bacrot - Zaragatski neben Gamas Bild „Waldmeister“

potkin

Wladimir Potkin vor einer Bildserie Hans-Peter Porzners

siebrecht

Sebastian Siebrecht vor Matthias Bitzers „Hotel l’Europe"

 

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