LIEBE LESER,

Nordrhein-Westfalen ist der größte Landesverband des Deutschen Schachbundes. Obgleich sich die Grenzen NRWs erst nach dem Zweiten Weltkrieg manifestierten, war die Region schon zuvor einer der Motoren des deutschen Schachlebens. So war es kein Zufall, dass sich hier vor 150 Jahren der erste deutsche Schachverband gründete. Wie rege sich in der Folge das Schach in NRW entwickelte und welche große Bedeutung dabei Düsseldorf hatte, macht Hans-Jürgen Fresen in seinem Beitrag deutlich.

Den Stellenwert der heutigen Landeshauptstadt veranschaulicht auch die erste Schachweltmeisterschaft auf deutschem Boden, deren erster Teil 1908 hier stattfand. Zwischen den beiden Weltkriegen erlebte Düsseldorf noch einmal eine Blüte, wie Friedrich-Karl Hebeker schildert.
Ob diese ruhmreiche Schachtradition fortgesetzt werden kann, ist ungewiss. Aber vielleicht tragen ja die Macher der originellen Internetseite Deep Chess dazu bei. Jedenfalls haben sie einige Idee für ihre Stadt.

Eine andere Schachmetropole ist Dortmund. Bis heute ist hier mit dem Sparkassen Chess Meeting das wichtigste deutsche Schachturnier beheimatet. Dass die Stadt
darüber hinaus auf viele andere Highlights zurückblicken kann, weiß Siegfried Zill.

Hans-Joachim Hecht ist schachlich in Berlin groß geworden. Seine größten Erfolge erzielte er jedoch in NRW. Als einer der ersten deutschen Profis und Großmeister gewann er 1973 nicht nur sensationell die Internationale Deutsche Meisterschaft in Dortmund vor dem kurz zuvor entthronten Weltmeister Spasski. Auch mit seinem Verein, der SG Solingen, hat er zahlreiche nationale und internationale Triumphe zu verzeichnen. In KARL schildert er seinen Weg zum Großmeister und seine Jahre in Nordrhein-Westfalen.

In NRW sitzen die meisten Vereine der Schachbundesliga. Die oberste Spielklasse leidet allerdings bis heute unter mangelnder Außenwirkung. Um das zu ändern, hat sich der SV Mülheim Nord etwas Besonderes einfallen lassen: Ihr letztes Heimspiel fand im Museum statt. Der Mannschaftskampf vor Schachmotiven war uns wegen der optischen Wechselwirkung eine Fotostrecke wert.

Der bedeutendste Schachspieler, den NRW hervorgebracht hat, ist zweifellos Dr. Robert Hübner. Der Kölner ist nicht nur ein herausragender Praktiker. Auch als Autor hat er Maßstäbe gesetzt. Johannes Fischer würdigt die schachpublizistischen Leistungen des besten deutschen Spielers seit Emanuel Lasker.

Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass wir mit unserem nächsten Heft unser zehnjähriges Jubiläum feiern. Bei unseren Lesern möchte ich mich schon jetzt für die langjährige Treue bedanken.

Harry Schaack

 

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